Blog-Parade.de – in eigener Sache: Back to the roots

Als ich im Juni 2007 den Service Blog-Parade.de startete, wollte ich neben einer zentralen Anlaufstelle für Blog-Karnevals und Blog-Paraden auch relativ offen für andere Aktionen sein. Ich hatte sogar Anfangs darüber nachgedacht, später mal einen separaten Bereich für Stöckchen einzurichten.

Dadurch, dass wir Ende Juli 2007 auch Blog-Umfragen aufnahmen, haben wir uns eigentlich immer mehr von der eigentlichen Idee von Blog-Paraden bzw. Blog-Karnevals entfernt:

Ein(e) Blogger(in) wirft eine Idee (Themenvorgabe, grob oder auch fein formuliert) in den Blogosphäre-Raum, teilnehmende BloggerInnen schreiben daraufhin einen Beitrag im eigenen Blog (Teilnahme per Kommentar normalerweise nicht möglich; ist ja schließlich kein Forum) und der Initiator der Blog-Parade listet dann alle Permalinks der teilnehmenden Beiträge und bereitet das ganze noch optional entsprechend auf.

Außerdem wurden bisher mehrere Beiträge eingereicht, bei denen Werbemaßnahmen für kommerzielle Blogs als Blog-Parade oder andere Blog-Aktion getarnt waren. Manch einer war dabei ziemlich dreist, so sollten z.B. bei einer Parade teilehmende Besucher Inhalte für ein kommerzielles Blog liefern, die Einreichung der Beiträge war dabei nur per E-Mail vorgesehen und die Beiträge sollten alle ausschließlich auf dem initiierenden, kommerziellen Blog veröffentlicht werden.

Dann gab es Blog-Paraden, bei denen die Initiatoren zur Teilnahmebedingung machten, dass nach Abschluss der Blog-Parade jeder Teilnehmer einen weiteren Blog-Beitrag erstellen muss, in dem alle Teilnehmer-Artikel per Permalink verlinkt werden – d.h. jeder musste jeden verlinken. Ein Mehrwert für den Blog-Leser? Wohl kaum; m.E. wurde diese Blog-Paraden zurecht kritisiert und letztendlich haben sie die Blog-Paraden an für sich in ein schlechteres Licht gerückt. Zudem ist bei solchen Aktionen die Gefahr groß, dass sich viele keine Mühe bei den Beiträgen geben, sondern einfach nur mitmachen um von 50 oder 100 Blogs gleichzeitig Links zu ernten. Mit 5-10 Minuten Zeitaufwand konnte da schnell mal die Technorati-Authority um einen zwei- bis dreistelligen Wert erhöht werden; den vielfach unwissenden Lesern erklärte man das ganze als “Link Love”, Hauptziel einiger Teilnehmer war aber höheres Ranking bei Technorati, bessere Treffer bei Google, besseres PageRank und damit höhere Werbeeinnahmen für Textlinks.

Zudem gab es bei den sonstigen Aktionen und bei den Umfragen das Problem, dass sich diese (fast) ausschließlich im initiierenden Blog abspielten, d.h. es gab keine Struktur wie bei echten Blog-Paraden, bei denen die Beiträge dezentral (verteilt auf viele Blogs) vorgestellt und zentral lediglich z.B. per Link zusammengefasst werden. Letztendlich fehlte auch hier der Ursprungsgedanke von Blog Carnivals.

Konsequenz:
Umfragen und “Sonstige Blog-Aktionen” werden wir ab sofort nicht mehr unterstützen, sondern nur noch waschechte Blog-Karnevals bzw. Blog-Paraden. Blog-Paraden, die als Bedingung die gegenseitige Verlinkung voraussetzen, werden ebenso nicht mehr unterstützt und fliegen auch aus der “Liste aller Blog-Paraden bzw. Blog-Karnevals” raus.
Kommerzielle Blogs lassen wir weiterhin zu, nur werden wir nach wie vor intensiv prüfen, ob ein Missbrauch vorliegt (z.B. Leser als kostenlose Content-Ersteller einspannt).

Erwartung:
Letztendlich erwarten wir uns damit noch bessere Blog-Paraden und weniger “Rauschen” durch andere Aktionen, die an der ursprünglichen Idee von “Blog Carnivals” weit vorbeilaufen.

Inhaltlich möchten wir Euch aber grundsätzlich in keinster Weise einschränken (sofern es sich nicht um die üblichen Verdächtigen wie Pornographie, illegale Inhalte, usw. geht), d.h. es wird auch zukünftig sowohl ziemlich triviale Blog-Paraden wie etwa “Zeigt ein Foto von Eurem Blogger-Schreibtisch” geben, als auch Paraden, bei denen sehr anspruchsvolle Themen behandelt werden.

4 Trackbacks/Pingbacks:

10 Kommentare:

1. Oliver Muenk

21. September 2007, 23:13

Ich finde die Entscheidung gut!
Back to the routes!

2. Roman

22. September 2007, 1:08

Danke für diese Vorgaben! Dadurch gewinnt dieses Projekt und alle, die sich daran beteiligen, erfahren auch einen Mehrwert, der nachhaltig ist.

3. Robert Lender

22. September 2007, 10:30

Danke für den letzten Absatz. Ich hätte es schade gefunden, wenn ihr auch eine “qualitative” Bewertung des Paraden-Themas vornehmen würdet. Was trivial ist oder nicht, sollte der/die einzelne BloggerIn entscheiden.
Ansonsten kann ich eure Argumente durchaus nachvollziehen, wobei ich nichts gegen eine zentrale Plattform für Stöckchen und Co. gehabt hätte. Aber dazu müsste die Domain wohl auch anders lauten :-)

4. Tapedeck

22. September 2007, 13:12

Gut so :) Allerdings hätte ich noch den Vorschlag ne Kategorie “Bloggertreffen” einzufügen, Blog-Parade.de schon sehr bekannt ist und man so vielleicht mehr Leute erreicht…wie wärs?

5. Teddykrieger

23. September 2007, 20:57

Eine sehr gute Entscheidung, denn vielfach waren die Blog-Paraden wirklich in ein recht zweifelshaftes Licht in der Blogosphäre gerückt worden und vielfach von “unehrlichen” Links die Rede. Ich hoffe, durch die angekündigten Maßnahmen kommt die Ursprungsidee wieder mehr zum tragen und statt keiner Link-Sammlerei wird es wieder mehr inhaltsbezogen und qualitativ hochwertiger.

6. Michael W.

24. September 2007, 22:10

Vielen Dank für Euer Feedback, schön dass es von Euch so positiv angenommen wird :)

@Tapedeck: Wäre sicherlich grundsätzlich nicht verkehrt :) Werde es mal mit den anderen Moderatoren diskutieren.

7. Tapedeck

24. September 2007, 22:32

Ich würd auch die erste anmelden, alles kein Problem *g*

8. prinzzess

25. September 2007, 7:18

@ robert: es gibt ja noch den stöckchen-blog und die site für die sonstigen aktionen ist in arbeit. coming soon.

9. Dominik

26. September 2007, 8:38

Miene Rede… Gratulation.

10. macdet

13. Oktober 2007, 16:02

dürfte inhaltlich die richtige Entscheidung sein.

Möglicherweise machen ja so auch mal die A-BC Schützen mit, wenn sie kein Gerangel in IHREM Bereich befürchten. Möchte nicht deutlicher werden:)

macdet
— für eine faire Arbeitswelt —